/, StarkeMama/Die T.I.C.K.S. Regel – Wie du dein Baby sicher tragen kannst

Die T.I.C.K.S. Regel – Wie du dein Baby sicher tragen kannst

Mit der Idee des Attachement Parenting (ein differenziertes Interview mit Nora Imlau dazu findet ihr hier: https://editionf.com/Interview-Nora-Imlau-Attachment-Parenting) wurden die Vorteile des Tragens von Babys und Kleinkindern (wieder) entdeckt. Immer mehr Mamas und Papas tragen ihre Kinder. So kann man schon die allerkleinsten Babys bis hin zu richtig großen Kindern von ihren Eltern getragen sehen. Und es scheint sowohl den Kindern als auch den Eltern richtig zu gefallen. Das Tragen hat viele Vorteile, die einen eigenen umfassenden Beitrag verdient haben. Eine Übersicht zu den Vorteilen des Tragens findet ihr hier: http://www.hebammenwissen.info/10-vorteile-des-tragens-fuer-dich-und-dein-baby/ und hier: https://tragewelt.de/ratgeber/vorteile/. Und es gibt sicher noch einige mehr. In diesem Beitrag soll der Fokus aber vor allem auf dem „wie“ liegen.

Unzählige Möglichkeiten zu tragen – doch wie geht es richtig?

Die Erkenntnis, dass Menschenkinder ja eigentlich „Traglinge“ sind, hat dazu geführt, dass viele Eltern diesem Bedürfnis nachkommen und ihre Kleinen in den unterschiedlichsten Tragehilfen am Körper tragen. Es gibt eine Vielzahl von Tragehilfen und verschiedene Techniken des Tragens. Um die Sicherheit und Gesundheit von der tragenden Person (im Folgenden aufgrund der besseren Lesbarkeit die Mama) und dem Baby zu gewährleisten, gilt es dabei doch einiges zu beachten. Als Hilfestellung hierfür hat das Konsortium der britischen Tragemanufakturen und -händler die T.I.C.K.S.-Regel entwickelt. Dabei steht jeder Buchstabe als Hinweis für eine sichere Trageweise. Und anhand der einzelnen Punkte, können Mamas überprüfen, ob ihr Baby sicher in der Tragehilfe aufgehoben ist:

Die Regel für sicheres Tragen des Babys– T.I.C.K.S.

T für TIGHT – Also eng bzw. nah. Das bedeutet einerseits, dass das Baby ganz nah am Körper getragen wird und andererseits, dass die Tragehilfe so eng, wie möglich gewickelt (Tuch) bzw. eingestellt wird. Somit wird verhindert, dass das Baby in der Trage zusammen sackt. Es wird durch den Körper der Mama, sowie die enge Tragehilfe aufgerichtet, gestützt und sicher vor dem Herausfallen geschützt.

I für IN VIEW AT ALL TIMES – Die Mama kann ihr Kind zu jeder Zeit sehen und beurteilen, ob es ihm gut geht. Sie kann seine Atmung und seine Temperatur beobachten und bemerkt, ob es sich wohlfühlt oder Hunger hat.

C – CLOSE ENOUGH TO KISS – Das Kind sollte so nah unter dem Kinn getragen werden, dass die Mama es jederzeit küssen kann, wenn sie den Kopf neigt. Somit kann sie ihr Kind sehen und wahrnehmen, wie es im geht. Allerdings sollte das Köpfchen sich nicht direkt unter dem mütterlichen Kinn befinden, damit die es sich beim Stolpern nicht daran stoßen kann.

K – KEEP CHIN OFF THE CHEST – Das Kinn ist von der Brust fern zu halten. Das bedeutet, damit das Kind frei atmen kann, darf das Kinn nicht auf seine Brust sinken. Es ist unwahrscheinlich, dass das Kinn absinkt wenn das Kind aufrecht mit gebogener Wirbelsäule und angewinkelten Beinen eng in der Trage liegt. Es sollten ungefähr 2 Querfinger Platz unter dem kindlichen Kinn sein.

S für SUPPORTED BACK – Die Wirbelsäule des Kindes soll durch die Trage bestmöglich unterstützt werden. Dafür muss es en, aber nicht zu eng eingebunden sein. So liegt es am Körper an, doch die Mama kommt mit ihren Händen noch dazwischen, um z.B. die Wärme zu fühlen.

Risiken und Nebenwirkungen

Die größten Risiken beim Tragen sind die Überhitzung und das Ersticken des Kindes, deswegen müssen besonders die Temperatur und die Atemwege des Kindes kontrolliert werden!

Die bequemste, sicherste und für die Entwicklung förderlichste Position ist die aufrechte Anhock-Spreiz-Haltung des Babys in der Tragehilfe. Das Baby sitzt nicht in der Tragehilfe, sondern wird mit der korrekten Tragetechnik von allen Seiten gestützt. Das Gewicht und die Tragekräfte verteilen sich auf den gesamten Körper des Kindes. Die Wirbelsäule wird gleichmäßig in ihrer C-förmigen Haltung unterstützt und die Hüftgelenke liegen richtig in der Pfanne. Das Kind liegt nah am Herzen der Mama. Es wird durch ihre Atmen- und Gehbewegungen gewiegt. Gleichzeitig hat die Mama die größte Aufmerksamkeit bei ihrem Kind und spürt, wie es ihm geht. Die Trage muss für das Baby und die Mama zu jeder Zeit bequem sein. Wenn sich ein Baby schreiend gegen die Trage wehrt, so ist dies ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dann sollten zunächst alle aktuellen Umstände (durch eine Trageberaterin) geprüft werden. Es wird geschaut, ob die Trage richtig sitzt oder etwas drückt. Und auch die Situation des Kindes bezüglich Verdauung, Hunger, Übermüdung usw. spielt eine Rolle. Wenn augenscheinlich alles in Ordnung ist und das Kind trotzdem schreit, sollte der Kinderarzt oder eine erfahrene Kinder-Osteopathin aufgesucht werden, um körperliche Ursachen heraus zu finden und behandeln zu können.

In diesem Video wird die TICKS-Regel nochmal „im echten Leben“ gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=VDJbBGpCYL4

Und wie geht’s der Mama?

Doch nicht nur das Wohlbefinden des Babys sollte beim Tragen beachtet werden. Auch die Mama (oder andere tragende Person) sollte sich wohl und sicher mit dem Tragen fühlen. So dürfen die Gurte/das Tuch an keiner Stelle unangenehm einschneiden. Schmerzen sind immer ein Zeichen der Fehl- oder Überbelastung. Eine gute Tragetechnik verteilt auch bei der Mama das zu tragende Gewicht. Der Beckenboden wird dadurch entlastet und es entsteht kein zusätzlicher Druck im Bauchraum. Treten trotzdem Schmerzen auf, so kann – abgesehen von einer sehr guten Trageberatung – auch eine körperliche Ursache vorliegen. Dies sollte durch eine Ärztin untersucht und dann gegebenenfalls osteopathisch oder physiotherapeutisch behandelt werden.

Ab zum Profi…

Es ist immer sinnvoll, sich fachgerecht zum Tragen beraten zu lassen und in einem Fachgeschäft eine passende Tragehilfe (passend für alle, die das Kind tragen) zu kaufen. Mittlerweile gibt es eine Unmenge an guten, aber auch weniger guten Tragehilfen und unüberschaubar viele Möglichkeiten diese einzusetzen.

Das wichtigste beim Tragen ist, dass es für alle Beteiligten ein gutes, schönes Gefühl ist und es den Alltag erleichtert!

 

 

Hier sind einige Seiten, die viele Informationen und anschauliche Beispiele liefern:

Verschiedene Tragehilfen werden hier vorgestellt: http://www.tragehilfenvergleich.de/sling-1.html

Hier findet ihr eine weitere Checkliste zum richtigen Tragen: https://tragewelt.de/ratgeber/baby-richtig-tragen/

Hier gibt es alle Informationen zum Tragen, Tragehilfen und v.a. Bilder, die korrektes Tragen mit verschiedenen Hilfen darstellen(englisch): https://babywearinginternational.org/what-is-babywearing/safety/

Artikel zur TICKS-Regel und Erläuterungen zu den verschiedenen Trageweisen und Tragehilfen (englisch): https://www.nct.org.uk/parenting/sling-safety

Merkblatt zur TICKS-Regel (englisch): https://www.beststart.org/bcpresources2016/handouts_for_parents/PQCHC_TICKS-RuleForSaveBabyWearing%20(English).pdf

Und ein Beitrag des Kinderarztes Dr. med. H. Renz-Polster zum Tragen aus Kinderärztlicher Sicht: http://kinder-verstehen.de/images/Tragen_Renz-Polster.pdf

 

By |2017-11-23T14:40:01+00:00November 13th, 2017|MamasKraft, StarkeMama|0 Comments

Leave A Comment