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Ich habe keine Angst, ich wurde geboren das zu tun! (Jeanne D’Arc) – Der Einfluss von Angst auf die Geburt

Sobald es in Gesprächen oder Medien um das Thema Geburt geht, ergreift eine wahre Dramatik den Raum. Wer die schlimmste Geburtsgeschichte erzählt, hat gewonnen, wer die dramatischste (oder lustigste) Geburt im Film zeigt, spielt am meisten Kohle ein. Wer eine Geburt vor sich hat, kann demzufolge schreckliches Leid und schlimmste Schmerzen erwarten…

Doch Moment, kennt ihr den Begriff „self-fullfiling prophecy“? Die sich selbst erfüllende Prophezeihung… Das bedeutet so viel wie, dass sich das was du erwartest auch erfüllen wird! Wenn du Schmerz erwartest, bekommst du Schmerz. Der Haken ist, wenn du Angst hast, bekommst du auch Schmerz. Angst ist ein natürlicher, ursprünglicher (Schutz-)Mechanismus des Menschen, der uns allen in Ur-Zeiten das Überleben gesichert hat und es heute noch manchmal tut. Wenn wir Angst haben, wird der Sympathikus – unser Notfall-Plan – aktiviert. Er sorgt dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, die u.a. dafür sorgen, dass die überlebensnotwendigen Organe und Muskeln, also die, die Kampf oder Flucht dienen mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Somit sorgt unser Körper dafür, dass wir davonlaufen oder uns verteidigen können.

Doch eine Geburt ist (i.d.R.) kein lebensbedrohlicher Zustand, indem wir davonlaufen oder uns verteidigen wollen. Und die Gebärmutter ist kein überlebensnotwendiges Organ. Das bedeutet, dass in einer solchen Angst-Situation der Gebärmutter sauerstoffreiches Blut entzogen wird. D.h. einerseits dass sie verkrampft, dadurch nicht mehr richtig arbeiten kann und es entstehen Schmerzen. Andererseits steht kaum noch sauerstoffreiches Blut für das Baby zur Verfügung, was bedeutet, dass es deutlich schlechter versorgt wird und ggf. sogar in eine Mangelversorgung kommt. Das kann so weit gehen, dass medizinische Interventionen notwendig werden, um Mutter und Kind zu helfen. Wenn man diesen Effekt von Angst-Verkrampfung-Schmerz verstanden hat, wird einem klar, dass der Auslöser dieses Teufelskreises, die Angst, in der Nähe einer Schwangeren oder Gebärenden überhaupt nichts zu suchen hat!

Im Gegenteil, was wäre, wenn die „self-Fulfilling prophecy“ auch in die andere Richtung funktionieren würde? Wenn deine Überzeugung, eine einfache, angenehme und gute Geburt haben zu können, bewirkt, dass du diese tatsächlich hast? Wenn du sanft, ohne Angst oder Schmerzen das tust, was Frauen seit Anbeginn der Menschheit tun? Wenn du einfach und angenehm dein Baby mit Hilfe deines Partners auf die Welt bringst und ihr eine schöne, harmonische Geburt erlebt?

Wenn es dir gelingt, dich vor Ängsten zu schützen und sie loszulassen, kannst du eine solche Geburt erleben. Und es ist ganz leicht, denn du wurdest geboren, das zu tun! Du bist eine Frau und dein Körper weiß genau, wie es funktioniert! Und du hast die mentale Stärke, das zu tun! Im Folgenden möchte ich dir ein paar Anregungen geben, wie du diese Angst loslassen und eine positive, zuversichtliche und schöne Einstellung für zur Geburt entwickeln kannst.

Du musst dich nur entscheiden. Entscheide dich, die Angst loszulassen. Dich abzuwenden von Horrorgeschichten und Drama! Entscheide dich, eine gesunde, schöne Schwangerschaft und Geburt zu haben. Und dann tu alles, was dazu beiträgt! Du hast die Möglichkeiten, diesen Weg zu wählen, niemand anderes entscheidet das für dich… Das bedeutet, dass du dich vor dieser Angst schützt, weil du sie nicht in deinem Leben, in deiner Schwangerschaft und bei deiner Geburt haben möchtest. Grenze dich, ab, wenn Menschen anfangen, die von einer/ihrer Horror-Geburt erzählen wollen. Ich weiß, dass ist schwer, vor allem, wenn sie dir nahe stehen. Aber überlege dir einen Satz, denn du auswendig lernst und dann ganz sachlich und bestimmt sagen kannst.

z.B.: Ich respektiere deine Erfahrung. Ein Kind zur Welt zu bringen ist wirklich eine unglaubliche Leistung und du hast sie vollbracht, aber ich möchte meine eigene Erfahrung machen und bitte dich deswegen, mir diese Geschichte nicht (oder erst nach der Geburt) zu erzählen. Du trittst für dich und dein Kind ein und verteidigst eure Geburtserfahrung, das ist dein größtes Recht! Und vielleicht eine der ersten großen Taten, die du für dein Kind tun kannst…

Erzähle den dir nahestehenden Menschen, dass du bzw. ihr als Paar eine positive Sichtweise auf die Geburt habt und da unbelastet und mit euren eigenen Vorstellungen und Vorfreude ran gehen wollt. Bittet sie, dabei  mitzuhelfen und dich zu schützen, v. a. dein Partner kann da zum Held werde, wenn er sich vor dich stellt. Menschen, die dich wirklich freilassend lieben, respektieren und unterstützen das! Es kann auch bedeuten, dass du dich für die Zeit der Schwangerschaft und Geburt von Menschen distanzierst, die dies nicht respektieren und mehr Wert darauf legen, ihre dramatische Geschichte an die Frau zu bringen.

Suche dir Menschen, die eine positive Sichtweise haben, die gute und glückliche Geburten verlebt haben und dir versichern können, dass es geht. Schaue nur Videos oder lese nur Texte, die solche Geburten zeigen und schalte bei anderem ab oder lege es weg.

Entscheide dich für einen Geburtsvorbereitungskurs, der eine positive, gesunde Herangehensweise an die Geburt hat und nicht Angst und Schmerz in den Fokus stellt, wie z.B. ein HypnoBirthing-Kurs. Es ist unglaublich hilfreich und bestärkend, wenn deine Hebamme oder Kursleiterin davon überzeugt sind, dass du sanft und angenehm gebären kannst.

Und zuletzt: Verbreite die gute Nachricht! Wenn du deine schöne Geburt hattest, erzähle deine gute Geschichte, mache werdenden Mama’s Mut und helfe mit, die Sichtweise der Gesellschaft auf die Geburt langsam umzukehren und eine positive, sichere, angstfreie Geburt für alle Frauen zu ermöglichen.