Geburtsbericht Fely, 5.6.2016

Die liebe Fely war nicht in einem meiner Kurse zur Geburtsvorbereitung. Doch ich veröffentliche hier sehr gerne positive Geburtsberichte, um werdende Mamas zu motivieren und inspirieren, ihre eigene Geburt selbstbestimmt und schön zu gestalten. Nun also in Fely’s eigenen Worten:

Hier ist er nun also, mein Geburtsbericht.

Am 2.10.2015 habe ich morgens um 5 einen Test gemacht und muss gestehen der Schock saß zunächst tief, denn geplant war dieser ganze Zauber nicht. Im Großen und Ganzen hatte ich eigentlich eine sehr angenehme Schwangerschaft, nur mein Kreislauf hat nicht so ganz mitgespielt, so dass ich schon im Februar 16 ins Beschäftigungsverbot versetzt wurde. Blieben also 4 Monate, um mich komplett auf mich und das Baby zu konzentrieren. Ich habe im März begonnen bei einer Hebamme einen Vorbereitungskurs zu machen, in dem wir uns sehr mit Atemtechniken und Entspannungsübungen, aber auch Grundwissen (laut meiner Hebamme war ich übrigens die 1. Lehrerin, die diesen Kurs ohne etwas mitzuschreiben gemacht hat ;-P) auf die Geburt vorbereiten konnten. Im Nachhinein, muss ich sagen, dass ich wirklich froh bin, diese Vorbereitung gemacht zu haben. Sie hat uns wirklich viele gute Techniken beigebracht und ist auch verschiedene Entbindungspositionen mit uns durchgegangen, was für mich bei der Entbindung sehr hilfreich war – dazu später mehr. Nach den 8x Vorbereitungskurs, habe ich ab der 36. SSW Akupunktur gemacht, soll gerade bei der 1.SS das Ganze etwas beschleunigen, auch das kann ich bestätigen!

Der ET rückte immer näher und ich hatte ab und an Übungswehen. Bis auf ein wenig Wassereinlagerungen ging es mir aber ziemlich gut und ich konnte den 3.6. kaum mehr abwarten… An diesem Freitag tat sich allerdings nichts und somit war klar: der errechnete Termin wird’s dann wohl nicht.
Am 4.6.16 kam dann nachmittags meine langjährige Freundin mit lecker Kuchen vorbei und da fing es an, ich hatte immer mal wieder in riesigen Abständen Wehen. Ich habe ja nie gewusst, wann man es denn merkt ob es nun richtige Wehen sind oder noch nicht. Aber jede andere Mama sagte zu mir “das spürst du”. Tja, und so war es auch, man spürt den Unterschied definitiv. Also an alle werdenden Mamas: hört auf euren Körper!!! Für mich war es vergleichbar mit stärkeren Unterleibsschmerzen, aber bei den langen Abständen war klar, heute wird das auch nix mehr. Wir sind dann gegen 23:30 Uhr ins Bett gegangen…

Bevor ich mich am Samstag Abend also ins Bett gelegt habe, habe ich noch ein Photo gemacht mit dem sicheren Wissen, dass das wohl das letzte #dickbauch Photo dieser Schwangerschaft sein wird. Nach ca 3,5h Schlaf bin ich von mittlerweile stärkeren Wehen geweckt worden und bin dann zunächst mal ein wenig durch die Wohnung spaziert, damit Mari auch noch ein wenig Kräfte tanken konnte. Ich hab versucht mich nochmal hinzulegen, aber um 5 Uhr hab ich meinen Herzmann dann doch geweckt „es geht loooos“.
Die Kliniktasche war natürlich schon gepackt und wir konnten direkt losfahren. Im Kreißsaal stellte die Hebamme eine Muttermundöffnung von 2 Cm fest. Sie meinte wir sollen erstmal noch spazieren gehen und später wird dann der Chefarzt nochmal gucken, ob ich bleiben soll oder nochmal heim kann.

Nach etlichen Runden im Krankenhausgarten, kam ich nun also um 9 zum Chefarzt, der meinte, dass sich nicht viel getan habe, aber dass ich trotzdem mal da bleiben soll, denn spätestens morgen wird sie auf jeden Fall kommen. „Morgen“ wäre der 6.6.16 gewesen ein Wunschdatum vieler, aber solange sollte es dann doch nicht mehr dauern… Um 11 bin ich nochmal in den Kreissaal zum CTG und durfte danach in mein Zimmer einchecken. Um 14 Uhr sollte ich wieder kommen, um noch ein Entspannungsbad zu nehmen. Aber auch soweit kam es dann nicht mehr. Ab ca 12:30 Uhr wurden die Wehen immer regelmäßiger und deutlich stärker, dass ich dann um 13:15 gesagt habe „ok wir sollten jetzt schon zurück und mit dem Baden wird das wohl auch nix mehr“. Die Hebamme überprüfte nochmal mein Muttermund. Wir waren mittlerweile bei 4 Cm und dann ging es auf einmal ganz schnell…

Ich weiß aber noch genau wie die Hebamme mich fragte, ob ich Sport mache. Als ich das bejahte sagte sie nur „Sie hatten doch bestimmt schon mal einen Wettkampf oder einen Lauf, bei dem Sie dachten es geht nicht mehr und dann haben Sie es doch geschafft, und genau daran denken Sie wenn Sie nicht mehr können“ und das tat ich. Ich habe jede Wehe daran gedacht, dass sie mich immer näher zu meinem größten Glück bringt. Und als ich wirklich dachte es geht einfach nicht mehr, hab ich tatsächlich an ein Erlebnis auf dem Jakobsweg, den ich 2015 zusammen mit Mari (der mich natürlich auch extrem gut unterstützt hat, mich angefeuert hat als würde ich einen Marathon laufen) gelaufen bin gedacht und an das Ziel und wie toll dieser Moment war und wie stolz ich war. Auf einmal war es wieder erträglicher.

Eine weitere Wehe brachte mich mehr dazu mein Baby endlich in den Armen zu halten, es zum ersten Mal zu sehen. Ich erinnerte mich an die Positionen im Vorbereitungskurs und daran, dass meine Hebamme meinte 4-Füsslerstand sei die beste Position. Also „ich will das probieren“ und tatsächlich: es waren 2 Presswehen und ich hörte mein Baby, meine kleine Tochter, mein größtes Glück. Die Erde blieb für einige Sekunden am 5.6.2016 um 14:53 Uhr einfach stehen, als ich zum ersten Mal in ihr Gesicht blickte und sie schließlich auf meine Brust zum Bonding gelegt wurde. Schon da war jeglicher Schmerz der Wehen vergessen und es liefen einfach nur Freudentränen über mein Gesicht♥️♥️